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1. Admiralstabsoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Der 1. Admiralstabsoffizier (abgekürzt 1. Asto oder A I) war die operative Schlüsselfigur in einem großen Stab (z. B. beim B.d.U. oder in der Seekriegsleitung). Er war der direkte Architekt der operativen Planung und der engste Berater des Befehlshabers in allen Fragen der Kampfführung der U-Boot-Waffe.
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| colspan="3" | Der 1. Admiralstabsoffizier (A I) war die operative Schlüsselfigur innerhalb eines großen Stabes (z. B. beim B.d.U. oder in der Seekriegsleitung). Er fungierte als direkter Architekt der operativen Planung und war der engste Berater des Befehlshabers in allen Fragen der Kampfführung. Als strategischer Kopf am Kartentisch verantwortete er die großtaktische Leitung der Verbände und die Koordination der laufenden Operationen.
 
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| colspan="3" | Kaiserliche Marine (bis 31.12.1918): Im Admiralstab waren die 1. Astos für die Planung der Fernschlachtflotte zuständig. Erst spät wurden dedizierte operative Planer für den uneingeschränkten U-Boot-Krieg eingesetzt.
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| Kaiserliche Marine: || colspan="3" | Zuständigkeit der 1. Astos für die Planung der Fernschlachtflotte; erst in der Spätphase des Ersten Weltkriegs Einsatz dedizierter Planer für den U-Boot-Krieg.
 
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| colspan="3" | Reichsmarine (01.01.1919 – 15.03.1935): In der Marineleitung übernahmen diese Funktion die Referenten der Flottenabteilung (A II).
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| Reichsmarine: || colspan="3" | Wahrnehmung der operativen Planungsaufgaben (01.01.1919 – 15.03.1935) primär durch die Referenten der Flottenabteilung (A II) innerhalb der Marineleitung.
 
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| colspan="3" | Kriegsmarine (16.03.1935 – 23.05.1945): Mit der Professionalisierung der Stäbe wurde der 1. Asto zur zentralen Schaltstelle. Beim B.d.U. war er verantwortlich für die Führung der Rudelschlacht.
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| Kriegsmarine: || colspan="3" | Ab dem 16.03.1935 Etablierung als zentrale Schaltstelle professioneller Stäbe; beim B.d.U. stieg der 1. Asto zum operativen Leiter der gesamten Rudelschlacht auf.
 
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| Qualifikation: || colspan="3" | Besetzung der Position ausschließlich durch Offiziere mit absolvierter Marineakademie (Admiralstabsausbildung) und meist eigener Frontbewahrung als Kommandant.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Operationsführung: Der 1. Asto beim B.d.U. (bedeutend: Konteradmiral Eberhard Godt) entwarf die Aufstellungspläne für die U-Boot-Gruppen (Rudel) im Atlantik.
 
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| colspan="3" | Befehlsgebung: Er formulierte die operativen Funkbefehle an die Kommandanten auf See und wertete deren laufende Meldungen aus, um die taktische Lage sofort anzupassen.
 
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| colspan="3" | Schnittstelle: Er koordinierte die Zusammenarbeit mit anderen Waffengattungen, insbesondere mit der Luftaufklärung der Küstenflieger.
 
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| colspan="3" | Qualifikation: Nur Offiziere mit absolvierter Marineakademie (Admiralstabsausbildung) und meist eigener Frontbewahrung als Kommandant erhielten diese Position.
 
 
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| colspan="3" | Operative Planung und Führung:
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| Operative Planung: || colspan="3" | Entwurf der strategischen Pläne für U-Boot-Operationen; Festlegung der Aufstellung von U-Boot-Gruppen (Rudel) im Atlantik sowie Bestimmung der Suchstreifen.
 
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| Befehlsgebung: || colspan="3" | Formulierung der operativen Funkbefehle an die Kommandanten auf See; Entscheidung über Kursänderungen, Angriffsfreigaben und den Abbruch von Unternehmungen.
 
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| colspan="3" | Er entwarf die strategischen und taktischen Pläne für die U-Boot-Operationen.
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| Lagebeurteilung: || colspan="3" | Sofortige Auswertung einlaufender Funksprüche zur Erstellung des aktuellen Lagebildes (z. B. "Lagebild West") sowie Analyse der Erfolgsmeldungen und Verluste.
 
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| colspan="3" | Er legte die Aufstellung der U-Boot-Gruppen (Rudel) im Atlantik fest und bestimmte deren Suchstreifen.
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| Koordination: || colspan="3" | Enger Kontakt zur Luftwaffe (z. B. Küstenfliegergruppe 906) zur Einbindung von Luftaufklärungsergebnissen und Abstimmung mit der Seekriegsleitung (Skl).
 
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| colspan="3" | Er war verantwortlich für die taktische Leitung laufender Geleitzugschlachten vom Landstützpunkt aus.
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| KTB-Auswertung: || colspan="3" | Prüfung der Kriegstagebücher heimkehrender Boote auf taktische Erkenntnisse und Verfassen der operativen Stellungnahmen zu den Unternehmungen.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
| colspan="3" | Befehlsgebung (Funkverkehr):
 
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| colspan="3" | Der A I formulierte die operativen Funkbefehle an die Kommandanten auf See.
 
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| colspan="3" | Er entschied über Kursänderungen, Angriffsfreigaben und den Abbruch von Unternehmungen basierend auf der aktuellen Feindlage.
 
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| colspan="3" | Lagebeurteilung:
 
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| colspan="3" | Er wertete die einlaufenden Funksprüche der Boote sofort aus und erstellte daraus das „Lagebild West“ oder „Lagebild Nordmeer“.
 
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| colspan="3" | Er analysierte die Erfolgsmeldungen und Verluste, um die Taktik (z. B. Angriffsverfahren bei Nacht) laufend anzupassen.
 
 
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| Stab B.d.U.: || colspan="3" | Prominentes Beispiel ist Konteradmiral Eberhard Godt, der als A I im Stab Dönitz die täglichen operativen Entscheidungen am Kartentisch traf.
 
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| colspan="3" | Koordination mit anderen Waffengattungen:
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| Taktische Leitung: || colspan="3" | Der 1. Asto war verantwortlich für die operative Führung laufender Geleitzugschlachten vom Landstützpunkt aus unter Berücksichtigung der Enigma-Verschlüsselung.
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| colspan="3" | Er hielt engen Kontakt zur Luftwaffe (z. B. Küstenfliegergruppe 906), um Luftaufklärungsergebnisse in die U-Boot-Führung einzubinden.
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Werdegängen markiert die Ernennung zum 1. Asto den Aufstieg in den engsten Kreis der strategischen Führungselite der U-Boot-Waffe.
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| colspan="3" | Er stimmte sich mit der Seekriegsleitung (Skl) über übergeordnete strategische Ziele ab.
 
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
| colspan="3" | Auswertung der Kriegstagebücher (KTB):
 
 
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| colspan="3" | Nach der Rückkehr eines Bootes prüfte er das KTB auf taktische Fehler oder neue Erkenntnisse über die feindliche Abwehr.
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Bestände der Seekriegsleitung: Enthält Operationsakten, Weisungen und Lagevorträge, die federführend von A I-Offizieren entworfen wurden.
 
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| colspan="3" | Er verfasste die operativen Stellungnahmen zu den Unternehmungen der Kommandanten.
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| BArch RM 30 || colspan="3" | Akten der U-Flottillen: Dokumentation der Stellenbesetzungen der 1. Admiralstabsoffiziere in den operativen Flottillenstäben.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge der Offiziere mit dem Qualifikationsnachweis "Admiralstabsausbildung" (i.G. - im Generalstab).
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Ein prominentes Beispiel für diese Position war Konteradmiral Eberhard Godt, der fast während des gesamten Krieges als A I im Stab des B.d.U. tätig war. Er war der Mann, der die täglichen Entscheidungen am Kartentisch traf.
 
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! colspan="3" | Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung) – Enthält die Operationsakten und Weisungen, die von den A I-Offizieren entworfen wurden.
 
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| BArch RM 30 || colspan="3" | U-Flottillen) – Belegt die Stellenbesetzungen der A I in den operativen Flottillenstäben.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten) – Werdegänge der Offiziere mit der Qualifikation „Admiralstabsausbildung“.
 
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Abschnitt Personalwesen/Stäbe).
 
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| Günter Hessler || colspan="3" | The U-Boat War in the Atlantic 1939–1945. (Hessler war selbst A I im Stab Dönitz und beschreibt die Aufgaben aus erster Hand).
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| Hessler, Günter || colspan="3" | "The U-Boat War in the Atlantic 1939–1945" (Erfahrungsbericht eines A I im Stab Dönitz).
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| Michael Salewski || colspan="3" | Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945. (Band 1-3).
 
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Abschnitt Personalwesen/Stäbe).
+
| Salewski, Michael || colspan="3" | "Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945" (Band 1-3, Analyse der operativen Entscheidungsprozesse).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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! colspan="3" |
 
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| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
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Aktuelle Version vom 4. März 2026, 11:07 Uhr

Dienststellung 1. Admiralstabsoffizier
Der 1. Admiralstabsoffizier (A I) war die operative Schlüsselfigur innerhalb eines großen Stabes (z. B. beim B.d.U. oder in der Seekriegsleitung). Er fungierte als direkter Architekt der operativen Planung und war der engste Berater des Befehlshabers in allen Fragen der Kampfführung. Als strategischer Kopf am Kartentisch verantwortete er die großtaktische Leitung der Verbände und die Koordination der laufenden Operationen.
Historische Entwicklung
Kaiserliche Marine: Zuständigkeit der 1. Astos für die Planung der Fernschlachtflotte; erst in der Spätphase des Ersten Weltkriegs Einsatz dedizierter Planer für den U-Boot-Krieg.
Reichsmarine: Wahrnehmung der operativen Planungsaufgaben (01.01.1919 – 15.03.1935) primär durch die Referenten der Flottenabteilung (A II) innerhalb der Marineleitung.
Kriegsmarine: Ab dem 16.03.1935 Etablierung als zentrale Schaltstelle professioneller Stäbe; beim B.d.U. stieg der 1. Asto zum operativen Leiter der gesamten Rudelschlacht auf.
Qualifikation: Besetzung der Position ausschließlich durch Offiziere mit absolvierter Marineakademie (Admiralstabsausbildung) und meist eigener Frontbewahrung als Kommandant.
Kernaufgaben des 1. Admiralstabsoffiziers (A I)
Operative Planung: Entwurf der strategischen Pläne für U-Boot-Operationen; Festlegung der Aufstellung von U-Boot-Gruppen (Rudel) im Atlantik sowie Bestimmung der Suchstreifen.
Befehlsgebung: Formulierung der operativen Funkbefehle an die Kommandanten auf See; Entscheidung über Kursänderungen, Angriffsfreigaben und den Abbruch von Unternehmungen.
Lagebeurteilung: Sofortige Auswertung einlaufender Funksprüche zur Erstellung des aktuellen Lagebildes (z. B. "Lagebild West") sowie Analyse der Erfolgsmeldungen und Verluste.
Koordination: Enger Kontakt zur Luftwaffe (z. B. Küstenfliegergruppe 906) zur Einbindung von Luftaufklärungsergebnissen und Abstimmung mit der Seekriegsleitung (Skl).
KTB-Auswertung: Prüfung der Kriegstagebücher heimkehrender Boote auf taktische Erkenntnisse und Verfassen der operativen Stellungnahmen zu den Unternehmungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stab B.d.U.: Prominentes Beispiel ist Konteradmiral Eberhard Godt, der als A I im Stab Dönitz die täglichen operativen Entscheidungen am Kartentisch traf.
Taktische Leitung: Der 1. Asto war verantwortlich für die operative Führung laufender Geleitzugschlachten vom Landstützpunkt aus unter Berücksichtigung der Enigma-Verschlüsselung.
Personalhistorie: In den Werdegängen markiert die Ernennung zum 1. Asto den Aufstieg in den engsten Kreis der strategischen Führungselite der U-Boot-Waffe.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Bestände der Seekriegsleitung: Enthält Operationsakten, Weisungen und Lagevorträge, die federführend von A I-Offizieren entworfen wurden.
BArch RM 30 Akten der U-Flottillen: Dokumentation der Stellenbesetzungen der 1. Admiralstabsoffiziere in den operativen Flottillenstäben.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge der Offiziere mit dem Qualifikationsnachweis "Admiralstabsausbildung" (i.G. - im Generalstab).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Abschnitt Personalwesen/Stäbe).
Hessler, Günter "The U-Boat War in the Atlantic 1939–1945" (Erfahrungsbericht eines A I im Stab Dönitz).
Salewski, Michael "Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945" (Band 1-3, Analyse der operativen Entscheidungsprozesse).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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