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Führer der Zerstörer: Unterschied zwischen den Versionen

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| || colspan="3" | '''Führer der Zerstörer'''. Die Zerstörer der Kriegsmarine waren vor Kriegsbeginn in den Zerstörerdivisionen zusammen gefasst. Im Herbst 1938 wurden dann je zwei Zerstörerdivisionen zu einer Zerstörerflottille zusammen gefasst. Diese Flottillen unterstanden dann dem Führer der Torpedoboote. Kurz nach Kriegsbeginn wurde dann die Dienststelle des Führers der Zerstörer geschaffen, dem die Zerstörerverbände unterstellt wurde Die Zerstörer waren nur truppendienstlich dem F.d.Z. unterstellt, operativ jedoch örtlichen Seebefehlshabern oder der jeweiligen operativen Führungsstelle. Mit der Ernennung von Kapitän zur See Bütow zum neuen Führer der Torpedoboote wurde zum 30.11.1939 die Trennung der beiden Bereiche vollzogen. Der Führer der Zerstörers selbst unterstand dem Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte. Im Zuge der Besetzung Norwegens, dem [[Unternehmen Weserübung]], gingen 10 Zerstörer bei den Kämpfen um Narvik verloren. Auf WILHELM HEIDKAMP fiel der F.d.Z., Kommodore Bonte. Im April / Mai 1940 wurde der F.d.Z.-Verband daraufhin neu geordnet. Zum 01.08.1940 wurde der Führer der Zerstörer dem Flottenkommando unmittelbar unterstellt. Zudem wurde er Gerichtsherr seines Verbandes. Nach der Auflösung der Dienststelle ders Führers der Torpedoboote traten die zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Torpedobootsverbände unter das Kommando des Führers der Zerstörer.
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| || colspan="3" | 26.10.1939 - 16.04.1940 Kapitän zur See und Kommodore Bonte
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| colspan="2" | Die Dienststelle Führer der Zerstörer wurde kurz nach Kriegsbeginn 1939 geschaffen, um die zuvor dem Führer der Torpedoboote unterstellten Zerstörerverbände zentral zu führen. Während die Zerstörer dem F.d.Z. truppendienstlich unterstanden, erfolgte die operative Führung meist durch örtliche Seebefehlshaber. Nach schweren Verlusten beim Unternehmen Weserübung (Narvik), bei denen auch der F.d.Z. Kommodore Bonte fiel, wurde der Verband 1940 neu geordnet und dem Flottenkommando unmittelbar unterstellt. Mit der späteren Auflösung des Führers der Torpedoboote übernahm der F.d.Z. auch das Kommando über die verbliebenen Torpedobootsverbände.
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| Aufstellung: || colspan="2" | Herbst 1939; endgültige Trennung vom Bereich der Torpedoboote zum 30.11.1939.
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| Unterstellung: || colspan="2" | Zunächst Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte; ab 01.08.1940 direkt dem Flottenkommando unterstellt (inkl. Funktion als Gerichtsherr).
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| Standorte: || colspan="2" | Mobil an Bord der Führerboote (z. B. Wilhelm Heidtkamp) oder stationär in den Haupthäfen Wilhelmshaven und Swinemünde.
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| Ende 1945: || colspan="2" | Auflösung der Dienststelle nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945.
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| Weserübung: || colspan="2" | Verlust von 10 Zerstörern bei den Kämpfen um Narvik im April 1940; Tod des F.d.Z. Kommodore Friedrich Bonte an Bord des Zerstörers Z 21.
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| Umgliederung: || colspan="2" | Nach der Zerschlagung der Narvik-Zerstörer erfolgte im Mai 1940 eine grundlegende personelle und materielle Neuordnung der Dienststelle.
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| Kompetenz: || colspan="2" | Zusammenführung der Zerstörer- und Torpedobootsflottillen unter einem einheitlichen Kommando zur Straffung der leichten Seestreitkräfte.
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| Geleitschutz: || colspan="2" | Koordination der Zerstörersicherungen für auslaufende U-Boote beim Passieren gefährdeter Randmeere (z. B. Biskaya-Passage).
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| Personal: || colspan="2" | Zahlreiche Offiziere des Zerstörerkaders wechselten nach dem Verlust ihrer Schiffe (insbes. nach Narvik) zur U-Boot-Waffe.
 
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| || colspan="3" | 17.04.1940 - 13.05.1940 Korvettenkapitän Schemmel (m.W.d.G.b.)
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| Taktik: || colspan="2" | Gemeinsame Ausbildung in der U-Jagd-Abwehr und im koordinierten Angriff auf Geleitzüge im Verbund mit U-Booten.
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| || colspan="3" | 14.05.1940 - 31.10.1943 Kapitän zur See/Konteradmiral Bey
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! colspan="2" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| || colspan="3" | 01.11.1943 - 15.01.1944 Kapitän zur See Max-Eckart Wolff (i.V.)
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| || colspan="3" | 16.01.1944 - 23.02.1944 Kapitän zur See Freiherr von Mauchenheim (i.V.)
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| BArch RM 57 || colspan="2" | Führer der Zerstörer: Kriegstagebücher, Einsatzbefehle und Berichte über die Flottillenorganisation.
 
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| || colspan="3" | 24.02.1944 - 27.08.1944 Konteradmiral/Vizeadmiral Kreisch
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| BArch RM 7 || colspan="2" | Seekriegsleitung: Akten über die strategische Verwendung der Zerstörerverbände in der Nordsee und Norwegen.
 
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| || colspan="3" | 28.08.1944 - 08.05.1945 Fregattenkapitän Saltzwedel
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| BArch PERS 6 || colspan="2" | Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren im Stab des F.d.Z. (u. a. Bonte, Bey, Meisel).
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="2" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Die Zerstörerkräfte).
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| Koop / Schmolke || colspan="2" | „Die deutschen Zerstörer 1935–1945“ (Details zur Führungsstruktur und den Flottillen).
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| Wegner, Günter || colspan="2" | „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Führer der Zerstörer).
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| style="text-align:center" colspan="3" |  [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 7. März 2026, 15:47 Uhr

Dienststelle Führer der Zerstörer
Die Dienststelle Führer der Zerstörer wurde kurz nach Kriegsbeginn 1939 geschaffen, um die zuvor dem Führer der Torpedoboote unterstellten Zerstörerverbände zentral zu führen. Während die Zerstörer dem F.d.Z. truppendienstlich unterstanden, erfolgte die operative Führung meist durch örtliche Seebefehlshaber. Nach schweren Verlusten beim Unternehmen Weserübung (Narvik), bei denen auch der F.d.Z. Kommodore Bonte fiel, wurde der Verband 1940 neu geordnet und dem Flottenkommando unmittelbar unterstellt. Mit der späteren Auflösung des Führers der Torpedoboote übernahm der F.d.Z. auch das Kommando über die verbliebenen Torpedobootsverbände.
Entstehung, Funktion und operative Führung
Aufstellung: Herbst 1939; endgültige Trennung vom Bereich der Torpedoboote zum 30.11.1939.
Unterstellung: Zunächst Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte; ab 01.08.1940 direkt dem Flottenkommando unterstellt (inkl. Funktion als Gerichtsherr).
Standorte: Mobil an Bord der Führerboote (z. B. Wilhelm Heidtkamp) oder stationär in den Haupthäfen Wilhelmshaven und Swinemünde.
Ende 1945: Auflösung der Dienststelle nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945.
Spezifische Merkmale
Weserübung: Verlust von 10 Zerstörern bei den Kämpfen um Narvik im April 1940; Tod des F.d.Z. Kommodore Friedrich Bonte an Bord des Zerstörers Z 21.
Umgliederung: Nach der Zerschlagung der Narvik-Zerstörer erfolgte im Mai 1940 eine grundlegende personelle und materielle Neuordnung der Dienststelle.
Kompetenz: Zusammenführung der Zerstörer- und Torpedobootsflottillen unter einem einheitlichen Kommando zur Straffung der leichten Seestreitkräfte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Geleitschutz: Koordination der Zerstörersicherungen für auslaufende U-Boote beim Passieren gefährdeter Randmeere (z. B. Biskaya-Passage).
Personal: Zahlreiche Offiziere des Zerstörerkaders wechselten nach dem Verlust ihrer Schiffe (insbes. nach Narvik) zur U-Boot-Waffe.
Taktik: Gemeinsame Ausbildung in der U-Jagd-Abwehr und im koordinierten Angriff auf Geleitzüge im Verbund mit U-Booten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 57 Führer der Zerstörer: Kriegstagebücher, Einsatzbefehle und Berichte über die Flottillenorganisation.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die strategische Verwendung der Zerstörerverbände in der Nordsee und Norwegen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren im Stab des F.d.Z. (u. a. Bonte, Bey, Meisel).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Die Zerstörerkräfte).
Koop / Schmolke „Die deutschen Zerstörer 1935–1945“ (Details zur Führungsstruktur und den Flottillen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Führer der Zerstörer).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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