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U-Stützpunkt Königsberg: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der U-Stützpunkt Königsberg (Ostpreußen) war ein bedeutender Stützpunkt im Bereich der östlichen Ostsee, dessen Rolle sich im Kriegsverlauf von einem wichtigen Ausbildungs- und Erprobungszentrum zu einem strategischen Rückzugshafen und schließlich zum Schauplatz schwerer Endkämpfe wandelte.
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| colspan="3" | Der U-Stützpunkt Königsberg war eine wichtige logistische und technische Einrichtung der Kriegsmarine in Ostpreußen. Aufgrund seiner geschützten Lage im Hinterland des Pregels und der Anbindung an die Schichau-Werke diente der Stützpunkt vornehmlich der Ausrüstung, Instandsetzung und Endmontage von U-Booten. Er fungierte als rückwärtige Basis für die Ausbildungseinheiten in der Ostsee und spielte eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Boote vor ihrem Marsch in die westlichen Operationsgebiete sowie während der Erprobungsphasen in der Danziger Bucht.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
 
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| colspan="3" | Lage: Der Stützpunkt nutzte die Infrastruktur des Königsberger Seekanals und der Werftanlagen (insbesondere der Schichau-Werke).
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| Aufstellung: || colspan="3" | Ausbau im Zuge der Aufrüstung ab 1935; administrativ dem Kommandanten im Verteidigungsbereich Königsberg unterstellt.
 
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| colspan="3" | Funktion: Vorwiegend Standort für Ausbildungseinheiten und Stützpunkt für die Erprobung von Neubauten. Königsberg bot aufgrund seiner geschützten Lage in der Ostsee ideale Bedingungen für die „Frontreifeprüfung“ neuer Boote.
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| Standort: || colspan="3" | Königsberg (Preußen). Nutzung der Hafenanlagen am Pregel sowie der spezialisierten Dockkapazitäten der Schichau-Werft.
 
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| colspan="3" | Stationierte Einheiten: Königsberg war zeitweise Sitz von Teilen der Unterseeboots-Lehrdivision (U.L.D.) und diente als Ausrüstungshafen für die in Danzig und Elbing gebauten Boote (z. B. Typ VII C und später Typ XXI).
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| Aufgabe: || colspan="3" | Technische Überholung von Schul- und Frontbooten; Endausrüstung von Neubauten; Lagerung von Torpedos, Brennstoff und Proviant für die Ostseeverbände.
 
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| colspan="3" | Ende: Mit dem Vorrücken der Roten Armee ab Herbst 1944 wurde Königsberg zum Etappenort für die Evakuierung (Unternehmen Hannibal). Der Stützpunkt wurde im April 1945 nach schwersten Kämpfen von sowjetischen Truppen eingenommen.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Mit dem Herannahen der Roten Armee im Januar 1945 wurde der Stützpunkt evakuiert; verbliebene Anlagen wurden vor der Einnahme der Stadt im April 1945 zerstört.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale
 
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| colspan="3" | Industrielle Basis: Die Schichau-Werft in Königsberg war maßgeblich an der Sektionsfertigung und Endmontage von U-Booten beteiligt. Viele Besatzungen verbrachten ihre Baubelehrung in Königsberg.
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| Werftanbindung: || colspan="3" | Enge Kooperation mit der Schichau-Werft, die maßgeblich am U-Boot-Bauprogramm (insbesondere Typ VII C und Sektionen für Typ XXI) beteiligt war.
 
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| colspan="3" | Ausbildungszentrum: In der mittleren Kriegsphase wurden hier technische Lehrgänge für Maschinenpersonal und Torpedomechaniker durchgeführt, da die Frontnähe im Westen (Frankreich) einen geregelten Schulbetrieb erschwerte.
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| Infrastruktur: || colspan="3" | Vorhandensein von spezialisierten Werkstätten für Optik, Funktechnik und Elektromaschinenbau zur schnellen Behebung von Defekten.
 
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| colspan="3" | Operative Basis 1944/45: In der Endphase diente der Hafen als Basis für die Boote der Einsatzleitung U-Boote Ost, die zur Flankensicherung des Heeres im Baltikum und zur Sicherung der Flüchtlingstrecks eingesetzt wurden.
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| Ausbildung: || colspan="3" | Bereitstellung von Unterkünften und Versorgungseinrichtungen für die Besatzungen während der mehrwöchigen Erprobungs- und Ausbildungsreisen.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| BArch RM 45-I / 91 || colspan="3" | Akten des Kommandierenden Admirals östliche Ostsee zur Organisation der Stützpunkte im Raum Königsberg/Pillau.
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| Frontvorbereitung: || colspan="3" | Letzte Station für viele Boote vor dem Verlassen der Ostsee zur Aufnahme der vollen Gefechtsbeladung an Munition und Torpedos.
 
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Unterlagen zur personellen Besetzung der Marine-Stützpunkt-Einheiten in Ostpreußen.
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| Nachschub: || colspan="3" | Zentrales Depot für Ersatzteile der in Pillau und Memel stationierten Ausbildungsflottillen (z. B. 21. U-Flottille).
 
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| BArch RM 20 / 885 || colspan="3" | Dokumente des 2. Admirals der Unterseeboote zur Zuweisung von Besatzungen an die Schichau-Werft Königsberg.
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| Evakuierung: || colspan="3" | Während der "Operation Hannibal" 1945 diente der Hafen als Sammelpunkt für Marineangehörige und technisches Gerät auf dem Weg nach Westen.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Personal. (Band II, Kapitel zum Admiral östliche Ostsee).
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| BArch RM 35-I || colspan="3" | Marinebefehlshaber Ostpreußen: Akten über die Hafenverwaltung und den militärischen Schutz des Stützpunktes Königsberg.
 
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | Geschichte des deutschen U-Bootbaus. (Band 2, beschreibt die Fertigungskapazitäten der Schichau-Werke Königsberg).
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| BArch RM 87 || colspan="3" | Befehlshaber der Unterseeboote: Berichte über die Werftliegezeiten und die technische Einsatzbereitschaft am Standort.
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| Böll, Bernd || colspan="3" | Der Einsatz der deutschen U-Boote in der Ostsee 1944/45. (Details zur Rolle Königsbergs als Einsatzhafen in der Endphase).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Technikern und Stützpunktpersonal in Königsberg.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marinestützpunkte: Ostpreußen).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zur Sektionsbauweise und Montage in Königsberg).
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| Koop / Schmolke || colspan="3" | „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Informationen zur logistischen Bedeutung des Standortes).
 
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Aktuelle Version vom 4. März 2026, 17:26 Uhr

Dienststelle U-Stützpunkt Königsberg
Der U-Stützpunkt Königsberg war eine wichtige logistische und technische Einrichtung der Kriegsmarine in Ostpreußen. Aufgrund seiner geschützten Lage im Hinterland des Pregels und der Anbindung an die Schichau-Werke diente der Stützpunkt vornehmlich der Ausrüstung, Instandsetzung und Endmontage von U-Booten. Er fungierte als rückwärtige Basis für die Ausbildungseinheiten in der Ostsee und spielte eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Boote vor ihrem Marsch in die westlichen Operationsgebiete sowie während der Erprobungsphasen in der Danziger Bucht.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Ausbau im Zuge der Aufrüstung ab 1935; administrativ dem Kommandanten im Verteidigungsbereich Königsberg unterstellt.
Standort: Königsberg (Preußen). Nutzung der Hafenanlagen am Pregel sowie der spezialisierten Dockkapazitäten der Schichau-Werft.
Aufgabe: Technische Überholung von Schul- und Frontbooten; Endausrüstung von Neubauten; Lagerung von Torpedos, Brennstoff und Proviant für die Ostseeverbände.
Ende 1945: Mit dem Herannahen der Roten Armee im Januar 1945 wurde der Stützpunkt evakuiert; verbliebene Anlagen wurden vor der Einnahme der Stadt im April 1945 zerstört.
Spezifische Merkmale
Werftanbindung: Enge Kooperation mit der Schichau-Werft, die maßgeblich am U-Boot-Bauprogramm (insbesondere Typ VII C und Sektionen für Typ XXI) beteiligt war.
Infrastruktur: Vorhandensein von spezialisierten Werkstätten für Optik, Funktechnik und Elektromaschinenbau zur schnellen Behebung von Defekten.
Ausbildung: Bereitstellung von Unterkünften und Versorgungseinrichtungen für die Besatzungen während der mehrwöchigen Erprobungs- und Ausbildungsreisen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Frontvorbereitung: Letzte Station für viele Boote vor dem Verlassen der Ostsee zur Aufnahme der vollen Gefechtsbeladung an Munition und Torpedos.
Nachschub: Zentrales Depot für Ersatzteile der in Pillau und Memel stationierten Ausbildungsflottillen (z. B. 21. U-Flottille).
Evakuierung: Während der "Operation Hannibal" 1945 diente der Hafen als Sammelpunkt für Marineangehörige und technisches Gerät auf dem Weg nach Westen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 35-I Marinebefehlshaber Ostpreußen: Akten über die Hafenverwaltung und den militärischen Schutz des Stützpunktes Königsberg.
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Berichte über die Werftliegezeiten und die technische Einsatzbereitschaft am Standort.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Technikern und Stützpunktpersonal in Königsberg.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marinestützpunkte: Ostpreußen).
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zur Sektionsbauweise und Montage in Königsberg).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Informationen zur logistischen Bedeutung des Standortes).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132