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Ortungsdienst: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 9. März 2026, 09:55 Uhr

Fachbereich Ortungsdienst
Der Ortungsdienst der Kriegsmarine umfasste alle technischen und operativen Maßnahmen zur Erfassung, Identifizierung und Positionsbestimmung von See- und Luftzielen. Er gliederte sich in die Bereiche Funkmessortung (Radar), Funkmessbeobachtung (Passiv-Radar), Unterwasserortung (S-Gerät/GHC) und die klassische Funkpeilung. In der zweiten Kriegshälfte entwickelte sich der Ortungsdienst zum entscheidenden Faktor im „Wettlauf der Wellen“, wobei die zentrale Auswertung der Ortungsergebnisse im Marinenachrichtendienst (MND) die Grundlage für die taktische Führung der Flottenverbände und die Sicherung der eigenen Küstengewässer bildete.
Aufgaben und technische Verfahren
Aufgaben: Frühwarnung vor Luftangriffen; Zielzuweisung für die Artillerie; Überwachung feindlicher U-Boot-Bewegungen; Navigation bei schlechter Sicht.
Aktiv-Ortung: Einsatz von Funkmessgeräten (FuMO) wie „Seetakt“ oder „Hohentwiel“ zur aktiven Objekterfassung mittels Impulsreflexion.
Passiv-Ortung: Funkmessbeobachtung (FuMB) zum Aufspüren gegnerischer Radarsignale sowie Hydrophone (GHG) zur akustischen Unterwasserortung.
Ende 1945: Mit der Kapitulation und der Beschlagnahmung der Hochfrequenztechnologie durch alliierte Forschungsteams (TICOM/ALSOS) beendet.
Spezifische Merkmale
Radar-Krieg: Ständiger technischer Wettstreit mit der Royal Navy (Zentimeterwellen-Radar vs. deutsche Warnempfänger).
Auswertung: Die Zusammenführung von Radar- und Peildaten ermöglichte die Erstellung präziser Seelagemeldungen für die Seekriegsleitung (Skl).
Personal: Ausbildung hochspezialisierter Funkmessgasten und Ortungsoffiziere an den Marinenachrichtenschulen (z.B. Pelzerhaken).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Überlebensschutz: Die passive Ortung (z.B. Metox-Gerät) war für U-Boote überlebenswichtig, um alliierten Flugzeugen rechtzeitig durch Tauchen zu entgehen.
Angriffstaktik: Nutzung von S-Geräten zur aktiven Nahbereichsortung von Geleitzugsicherungen bei Nachtangriffen.
Funkpeilung: Ortung feindlicher Konvois durch die landgebundenen B-Stellen des MND zur Ansetzung der U-Boot-Rudel.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die technische Entwicklung und den operativen Einsatz der Ortungsverfahren.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen der Nachrichtenschulen über die Ausbildung im Ortungsdienst.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Spezialisten der Funkmess- und Ortungslaufbahn.
Literaturverweise
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst: Technische Entwicklung und operativer Einsatz“.
Trenkle, Fritz „Die Funkmessverfahren der deutschen Kriegsmarine“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Funkmesswesen).
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