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2. Marine-Infanteriedivision

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Verband 2. Marine-Infanteriedivision
Die 2. Marine-Infanteriedivision wurde im März 1945 in Glückstadt und Itzehoe vorwiegend aus Marinepersonal ohne ausreichende Erdkampfausbildung aufgestellt. Ergänzt wurde sie durch SS-Einheiten der Hitlerjugend und ungarische Verbände. Die Division war nominell wie eine Volksgrenadier-Division gegliedert, verfügte jedoch kaum über schwere Waffen und Panzerabwehr. Nach verlustreichen Abwehrkämpfen gegen britische Truppen im Weser-Aller-Raum wurde die Division im April 1945 weitgehend aufgerieben. Die Reste zogen sich über Cuxhaven nach Schleswig-Holstein zurück, wo sie Anfang Mai 1945 kapitulierten.
Entstehung, Gliederung und Ende
Aufstellung: Befehl Feb. 1945; Formierung März 1945 in Glückstadt/Itzehoe.
Unterstellung: Zunächst Armeegruppe Steiner (geplant); ab April Armeegruppe Student / Blumentritt.
Kennung: Inoffizielles Abzeichen: Goldener Anker hinter zwei gekreuzten Gewehren (auf Fahrzeugen geführt).
Ende 1945: Kapitulation am 05.05.1945 im Raum Bunsoh/Albersdorf; Internierung im Raum Eiderstedt (Abschnitt B).
Operativer Werdegang (April – Mai 1945)
April 1945: Einsatz an der Linie Weser-Aller (Verden, Walsrode, Rethem). Schwere Kämpfe im Brückenkopf Essel-Schwarmstedt.
Verluste: Tod des Divisionskommandeurs Vizeadmiral Scheurlen am 08.04.1945; Aufreibung der Division von 13.000 auf 3.000 Mann innerhalb von zwei Wochen.
Rückzug: Ab 23.04.1945 über Cuxhaven und die Elbe nach Meldorf/Itzehoe. Letzte Gefechte bei Albersdorf und Hemmingstedt.
Spezifische Merkmale
Bewaffnung: Hauptsächlich Gewehre und Panzerfäuste; Marine-Panzerjäger-Abt. 2 fungierte mangels Pak nur als fahrradbewegliche Panzerzerstörtrupps.
Flak: Keine eigene Komponente; Unterstellung der Lw.-Flakbatterien 4./117 und 4./162 (alle Geschütze im April verloren).
Führung: Vizeadmiral Ernst Scheurlen (†); Kpt.z.S. Werner Hartmann (m.d.F.b.); Kpt.z.S. Werner Graf von Bassewitz-Levetzow.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungskader: Mit Kapitän zur See Werner Hartmann (ehem. F.d.U. Mittelmeer) führte einer der erfahrensten U-Boot-Kommandanten zeitweise die Division.
Personalopfer: Einsatz zahlreicher U-Boot-Spezialisten und Offiziersanwärter als "letztes Aufgebot", was zu extrem hohen Verlusten unter fachlich qualifiziertem Personal führte.
Chaos: Integration von Alarmeinheiten und Panzerjagd-Brigaden der Marine in der Endphase erhöhte die Zahl der sinnlos geopferten Marinesoldaten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 8 Oberkommando der Kriegsmarine: Akten zur Aufstellung der Marine-Infanterie-Divisionen 1945.
BArch RH 2 Armeegruppen Student / Blumentritt: Berichte über die Kämpfe an der Weser-Aller-Front.
BArch PERS 6 Personalakten: Unterlagen zu Vizeadmiral Scheurlen und Kapitän zur See Werner Hartmann.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marine-Infanterie: 2. M.I.D.).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Gliederung der Division und Ersatz-Einheiten).
Konetzny, Stefan „Die Marine-Infanterie der Kriegsmarine 1944–1945“ (Einsatz an der Aller-Front).
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