Aktionen

U-Stützpunkt Königsberg

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 4. März 2026, 17:26 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienststelle U-Stützpunkt Königsberg
Der U-Stützpunkt Königsberg war eine wichtige logistische und technische Einrichtung der Kriegsmarine in Ostpreußen. Aufgrund seiner geschützten Lage im Hinterland des Pregels und der Anbindung an die Schichau-Werke diente der Stützpunkt vornehmlich der Ausrüstung, Instandsetzung und Endmontage von U-Booten. Er fungierte als rückwärtige Basis für die Ausbildungseinheiten in der Ostsee und spielte eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Boote vor ihrem Marsch in die westlichen Operationsgebiete sowie während der Erprobungsphasen in der Danziger Bucht.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Ausbau im Zuge der Aufrüstung ab 1935; administrativ dem Kommandanten im Verteidigungsbereich Königsberg unterstellt.
Standort: Königsberg (Preußen). Nutzung der Hafenanlagen am Pregel sowie der spezialisierten Dockkapazitäten der Schichau-Werft.
Aufgabe: Technische Überholung von Schul- und Frontbooten; Endausrüstung von Neubauten; Lagerung von Torpedos, Brennstoff und Proviant für die Ostseeverbände.
Ende 1945: Mit dem Herannahen der Roten Armee im Januar 1945 wurde der Stützpunkt evakuiert; verbliebene Anlagen wurden vor der Einnahme der Stadt im April 1945 zerstört.
Spezifische Merkmale
Werftanbindung: Enge Kooperation mit der Schichau-Werft, die maßgeblich am U-Boot-Bauprogramm (insbesondere Typ VII C und Sektionen für Typ XXI) beteiligt war.
Infrastruktur: Vorhandensein von spezialisierten Werkstätten für Optik, Funktechnik und Elektromaschinenbau zur schnellen Behebung von Defekten.
Ausbildung: Bereitstellung von Unterkünften und Versorgungseinrichtungen für die Besatzungen während der mehrwöchigen Erprobungs- und Ausbildungsreisen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Frontvorbereitung: Letzte Station für viele Boote vor dem Verlassen der Ostsee zur Aufnahme der vollen Gefechtsbeladung an Munition und Torpedos.
Nachschub: Zentrales Depot für Ersatzteile der in Pillau und Memel stationierten Ausbildungsflottillen (z. B. 21. U-Flottille).
Evakuierung: Während der "Operation Hannibal" 1945 diente der Hafen als Sammelpunkt für Marineangehörige und technisches Gerät auf dem Weg nach Westen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 35-I Marinebefehlshaber Ostpreußen: Akten über die Hafenverwaltung und den militärischen Schutz des Stützpunktes Königsberg.
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Berichte über die Werftliegezeiten und die technische Einsatzbereitschaft am Standort.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Technikern und Stützpunktpersonal in Königsberg.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Marinestützpunkte: Ostpreußen).
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zur Sektionsbauweise und Montage in Königsberg).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Informationen zur logistischen Bedeutung des Standortes).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132