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Artilleriewaffenamt Abteilung A III

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Dienststelle Artilleriewaffenamt Abteilung A III
Die Abteilung A III war eine zentrale Fachabteilung innerhalb des Artilleriewaffenamtes (später Amtsgruppe für Artillerieentwicklung im Marine-Waffenhauptamt) des Oberkommandos der Kriegsmarine (OKM). Ihr Aufgabenschwerpunkt lag in der technischen Entwicklung, Prüfung und Standardisierung von Schiffs- und Küstenartillerie sowie deren Zubehör. Sie fungierte als Bindeglied zwischen den operativen Forderungen der Seekriegsleitung und der rüstungsindustriellen Fertigung. Die Abteilung steuerte die Erprobung neuer Geschütztypen und war maßgeblich an der Erstellung der technischen Dienstvorschriften beteiligt.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Technische Entwicklung von Geschützen und Lafetten; Festlegung von Konstruktionsparametern; Überwachung der Erprobungsreihen; Erstellung ballistischer Tabellen.
Standort: Berlin (Sitz des OKM / Marine-Waffenhauptamt); enge Kooperation mit den Erprobungsstellen (z. B. A.V.K.S.) und den Marinearsenalen.
Struktur: Unterteilung in verschiedene Referate für schwere, mittlere und leichte Artillerie sowie für optische Geräte und Feuerleitanlagen.
Ende 1945: Mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945 und der Auflösung der zentralen Marinebehörden durch die Alliierten wurde die Abteilung aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Innovation: Forcierung der Entwicklung von Mehrzweckgeschützen und radargestützten Richtanlagen zur Kompensation der alliierten Luftüberlegenheit.
Rüstungssteuerung: Enge Abstimmung mit dem Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion zur Zuweisung von Rohstoffkontingenten für die Artilleriefertigung.
Standardisierung: Vereinheitlichung der Bauteile zur Vereinfachung der Instandsetzung an Bord und in den Stützpunkten unter Kriegsbedingungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Bewaffnung: Die Abteilung A III war zuständig für die technische Optimierung der 8,8-cm- und 10,5-cm-Deckskanonen sowie der Flak-Lafetten auf U-Booten.
Flak-Entwicklung: Maßgebliche Mitwirkung bei der Einführung von 2-cm-Vierlingsflak und 3,7-cm-M42-Flak zur Steigerung der Abwehrkraft der U-Boote gegen Flugzeuge.
Optik: Entwicklung und Prüfung der artilleristischen Zielfernrohre und Entfernungsmessgeräte für den Einsatz auf dem Brückendeck der U-Boote.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die taktischen Forderungen an die Artillerieentwicklung und Berichte der Abteilung A III.
BArch RM 21 Marine-Waffenhauptamt: Konstruktionsunterlagen, Protokolle technischer Besprechungen und Erprobungsberichte der Amtsgruppe Artillerie.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Marine-Bauräte und Artillerieoffiziere, die in der Abteilung A III tätig waren.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Waffenwesen: Die Artillerieabteilungen im OKM).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Amtsgruppen im Marine-Waffenhauptamt).
Breyer, Siegfried „Schiffsartillerie der deutschen Kriegsmarine“ (Details zur organisatorischen Steuerung der Waffenentwicklung).
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