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Befehlshaber der Marinefliegerverbände

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Dienststelle Befehlshaber der Marinefliegerverbände
Die Dienststelle des Befehlshabers der Marinefliegerverbände wurde im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht geschaffen, um die operativen Belange der Marinefliegerei innerhalb der Luftwaffe zu koordinieren. Der B.d.M. war verantwortlich für die Aufstellung, Ausbildung und personelle Zuweisung der Küstenflieger- und Bordfliegergruppen. Er fungierte als oberste fachliche Instanz gegenüber dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) und dem Oberkommando der Kriegsmarine (OKM). Mit der vollständigen Eingliederung der Marineflieger in die Luftwaffe am 27.01.1939 wurde die Dienststelle in den General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine überführt.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Etabliert Mitte der 1930er Jahre (u. a. Konteradmiral Konrad Zander) zur Führung der im Aufbau befindlichen Seefliegerkräfte.
Standort: Sitz des Stabes war Kiel (Marinestation der Ostsee), eng vernetzt mit dem Seefliegerhorst Holtenau.
Aufgabe: Sicherstellung der Zusammenarbeit zwischen See- und Luftstreitkräften; Überwachung der bordpraktischen Ausbildung der Flieger.
Ende 1939: Auflösung der eigenständigen Marinebefehlsstruktur im Januar 1939; Übergang der Kompetenzen an das RLM/OKL.
Spezifische Merkmale
Dualismus: Schwieriges Spannungsfeld zwischen der truppendienstlichen Unterstellung unter die Luftwaffe und der fachlichen Bindung an die Erfordernisse der Flotte.
Aufbauarbeit: Maßgebliche Rolle bei der Standardisierung der Ausrüstung für Seefernaufklärer und der Entwicklung der Bordflugzeug-Taktik.
Führung: Besetzung durch Offiziere, die sowohl über seemännische als auch fliegerische Erfahrung verfügten (z. B. ehemalige DVS-Absolventen).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Aufklärung: Der B.d.M. legte die Grundlagen für die Seefernaufklärung, die später im Krieg zur Lokalisierung feindlicher Geleitzüge für die U-Boot-Waffe entscheidend war.
Ausbildung: Koordination der Lehrgänge für Beobachter, die später als Verbindungsoffiziere in den U-Boot-Flottillen den Informationsfluss sicherstellten.
Sicherung: Planung des Luftschutzes für die Ansteuerungsweg der U-Boot-Stützpunkte durch die unterstellten Küstenfliegergruppen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 7 Luftwaffenkommando: Akten über die Organisation und die Befehlsbefugnisse der Marinefliegerverbände bis 1939.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Korrespondenz über die operativen Anforderungen der Marine an den Befehlshaber der Marineflieger.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren im Stab des B.d.M. in Kiel.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Die Luftwaffe über See: Die Führungsebene).
Dierich, Wolfgang „Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945“ (Hintergründe zur Einteilung der Küstenflieger).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Befehlshaber der Marineflieger).
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