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Reservelazarett Gotha

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Dienststelle Reservelazarett Gotha
Das Reservelazarett Gotha war eine militärmedizinische Einrichtung des Heeres im Wehrkreis IX (Kassel). Es wurde 1939 unter Nutzung ziviler Gebäude wie dem Landeskrankenhaus und der Myconius-Schule eingerichtet. Das Lazarett diente der stationären Versorgung und Rehabilitation von Verwundeten aller Wehrmachtteile. Neben der chirurgischen Akutbehandlung lag ein Schwerpunkt auf der Wiederherstellung der Frontdienstfähigkeit durch orthopädische Maßnahmen. Nach der US-Besetzung im April 1945 wurde es später unter sowjetischer Verwaltung schrittweise aufgelöst.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert bei Mobilmachung 1939; administrativ der Sanitätsabteilung beim Wehrkreiskommando IX unterstellt.
Standort: Gotha (Thüringen). Aufteilung in mehrere Teillazarette innerhalb des Stadtgebiets zur Kapazitätserweiterung.
Aufgabe: Stationäre Behandlung; fachärztliche Begutachtung; Durchführung von Kuren; Entlassungsuntersuchungen für Invalide.
Ende 1945: Übernahme durch die US-Armee (April 1945); anschließender Übergang in die zivile Nutzung unter sowjetischer Aufsicht.
Spezifische Merkmale
Personal: Besetzung durch Heeres-Sanitätsoffiziere, Schwestern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und zivile Fachärzte.
Fachabteilung: Einrichtung spezialisierter Abteilungen für Innere Medizin und Chirurgie zur Behandlung komplexer Schuss- und Splitterverletzungen.
Verwaltung: Die administrative Abwicklung erfolgte über das Standortkommando Gotha in Zusammenarbeit mit der regionalen Sanitätsstaffel.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rekonvaleszenz: Aufnahme von U-Boot-Fahrern zur Genesung nach schweren Einsätzen oder zur Behandlung chronischer Erkrankungen fernab der Küste.
Dienstfähigkeit: Durchführung von Nachuntersuchungen zur Feststellung der „U-Boot-Tauglichkeit“ nach längeren Lazarettaufenthalten.
Personalersatz: U-Boot-Personal wurde nach Entlassung aus Gotha oft den regionalen Marine-Ersatzbataillonen zur infanteristischen Umschulung zugewiesen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RH 12-23 Sanitätswesen im Wehrkreis IX: Akten über die Einrichtung und Belegungsfähigkeit der Reservelazarette.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Marineangehörigen mit Dokumentation der Aufenthalte im Lazarett Gotha.
BArch RW 6 OKW / Allgemeines Wehrmachtamt: Berichte über die Auslastung der Lazarettkapazitäten im Heimatkriegsgebiet.
Literaturverweise
Fischer, Hubert „Der deutsche Sanitätsdienst 1921–1945: Organisation, personelle Besetzung und Logistik“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Sanitätswesen: Standorte im Binnenland).
Seidler, Franz W. „Das Militärgesundheitswesen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg: Strukturen und Lazarettwesen“.
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