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| Verband
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Haff- und Flußflottille Tilsit
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| Die Haff- und Flußflottille Tilsit war ein spezialisierter Sicherungsverband der Kriegsmarine für die Binnengewässer Ostpreußens. Sie wurde primär zur Sicherung der Memel (Njemen) und des Kurischen Haffs gegen feindliche Sabotageakte, Luftangriffe und zur Überwachung des Schiffsverkehrs aufgestellt. Der Verband setzte sich aus einer Vielzahl kleinerer, flachgehender Fahrzeuge zusammen, darunter requirierte Flussdampfer, Motorboote und Hilfsminensucher. In der Endphase des Krieges 1944/45 leistete die Flottille einen entscheidenden Beitrag bei der Evakuierung von Flüchtlingen und Truppen sowie bei der Verteidigung der Flussübergänge gegen die Rote Armee.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Formiert im Zuge der Grenzsicherung Ostpreußens; administrativ dem Seekommandanten Memel bzw. Königsberg unterstellt.
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| Standort: |
Tilsit (Ostpreußen). Einsatzbereich erstreckte sich über die Memel bis zur Haffmündung und in die angrenzenden Kanalsysteme.
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| Aufgabe: |
Patrouillendienst; Sicherung von Flussbrücken; Minensuche in flachen Gewässern; Unterstützung des Heeres bei Abwehrkämpfen.
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| Ende 1945: |
Vernichtung oder Selbstversenkung der Fahrzeuge im Frühjahr 1945 während der Rückzugskämpfe im Raum Samland/Königsberg.
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| Spezifische Merkmale
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| Fahrzeugbestand: |
Heterogene Zusammensetzung aus bewaffneten Zivilfahrzeugen, die für den Dienst im flachen Wasser mit MG und leichter Flak nachgerüstet wurden.
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| Erdkampf: |
1944 wurde die Flottille aktiv in die Verteidigungslinien an der Memel integriert und fungierte als schwimmende Artillerieplattform.
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| Evakuierung: |
Maßgebliche Beteiligung am Abtransport verwundeter Soldaten und der Zivilbevölkerung über das Kurische Haff in Richtung Pillau.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Transitweg: |
Sicherung der Binnenwasserstraßen, die für den Materialnachschub der U-Boot-Ausbildungszentren (z. B. Memel/Pillau) genutzt wurden.
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| Flankenschutz: |
Schutz der rückwärtigen Verbindungen der 24. U-Flottille (Memel) gegen sowjetische Partisanen- oder Luftangriffe im Haffbereich.
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| Ausbildung: |
Unterstützung kleinerer U-Boot-Erprobungen in den geschützten Haffgewässern durch Absperrung der Übungsgebiete.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 45-I |
Marinegruppenkommando Nord/Ost: Akten über die Sicherungsverbände in den ostpreußischen Gewässern.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die Verteidigung der Memel-Linie und den Einsatz der Flußflottillen 1944.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über Marineoffiziere in der Verwendung als Flottillenchef der Haff- und Flußflottille.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Sicherungsstreitkräfte: Ostsee/Haff).
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| Gröner, Erich |
„Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 8: Flußfahrzeuge und Hilfsschiffe).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Flußflottillen-Kommandeure).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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