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Navigationslehrgang für Seeoffiziere

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Ausbildung Navigationslehrgang für Seeoffiziere
Der Navigationslehrgang für Seeoffiziere war eine essenzielle Fachausbildung zur Erlangung der Qualifikation als Wachoffizier oder Kommandant. Er vermittelte die theoretischen und praktischen Grundlagen der sicheren Schiffsführung auf hoher See und in Küstengewässern. Die Ausbildung umfasste die terrestrische Navigation (Peilen, Koppeln), die Astronomie (Ortsbestimmung nach Gestirnen), die Gezeitenlehre sowie die Handhabung nautischer Instrumente wie Sextanten, Kreiselkompasse und Echolote. Ziel war die Befähigung, ein Schiff oder Boot auch unter schwierigsten Sicht- und Wetterbedingungen präzise und sicher an das Ziel zu führen.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Kursberechnung unter Berücksichtigung von Wind und Strom; Seekartenarbeit; astronomische Standortsbestimmung; nautische Meteorologie.
Standort: Durchführung an den Marineschulen (z. B. Mürwik) sowie an speziellen Navigationsschulen und auf Schulschiffen der Flotte.
Qualifikation: Teilnahme von Offiziersanwärtern (Crew-Lehrgang) sowie Aufbaukurse für erfahrene Wachoffiziere vor der Übernahme eines Kommandos.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Offiziersausbildung und der Auflösung der Marineschulen nach der Kapitulation im Mai 1945 beendet.
Spezifische Merkmale
Präzision: Höchste Anforderungen an die mathematische Genauigkeit bei der Berechnung von Funkortungen und astronomischen Besteckungen.
Funkortung: Im Kriegsverlauf zunehmende Bedeutung der Einweisung in moderne Funknavigationsverfahren (z. B. Consol-Funkfeuer, Elektra-Sonne).
Prüfung: Der erfolgreiche Abschluss war eine zwingende Voraussetzung für die Erteilung des Befähigungsnachweises zur selbstständigen Schiffsführung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Überwasserfahrt: Kritische Bedeutung für U-Boot-Wachoffiziere zur exakten Standortbestimmung während der kurzen Auftauchphasen im Atlantik.
Angriffstaktik: Die Navigationsausbildung bildete die Basis für die taktische Manövrierfähigkeit beim Ansetzen von U-Boot-Rudeln auf alliierte Geleitzüge.
Küstennähe: Sichere Navigation bei Operationen in verminten oder flachen Gewässern (z. B. im Ärmelkanal oder vor der US-Küste) unter Feindbedrohung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Lehrpläne, Prüfungsordnungen und nautischen Handbücher der Navigationslehre.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Nachweisen über die erfolgreiche Teilnahme an Navigations-Sonderlehrgängen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Entwicklung neuer Navigationshilfsmittel und deren Einsteuerung in die Offiziersausbildung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Marineschule Mürwik).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Navigations-Lehroffiziere).
Mallmann Showell, J. „Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine“ (Details zur Bordorganisation und den Aufgaben des Navigators).
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