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Marine-Nachrichtenoffizier Le Havre

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Dienststelle Marinenachrichtenoffizier Le Havre
Der Marinenachrichtenoffizier (MNO) Le Havre war die zentrale Fachdienststelle für das Nachrichten- und Signalwesen im strategisch wichtigen Hafenbereich von Le Havre. Er unterstand operativ dem Seekommandanten Seine-Somme (bis 1941 Seekommandant Normandie). Zu seinen Aufgaben gehörte die Leitung der Marinenachrichtenstelle (MNS), die Überwachung des Funkverkehrs im Ärmelkanal sowie die Koordination der Signalstationen (Wink- und Lichtsignale) zur Einweisung ein- und auslaufender Verbände. In der Vorbereitungsphase für das „Unternehmen Seelöwe“ war die Dienststelle maßgeblich an der nachrichtentechnischen Ausstattung der dort zusammengezogenen Invasionsflotte beteiligt.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Juni 1940 nach der Besetzung Le Havres; Nutzung der französischen Infrastruktur im Hafengebiet.
Aufgabe: Betrieb der Funk- und Fernsprechstellen; Wartung der Chiffriergeräte (Enigma); Signalüberwachung der Seewege; Zusammenarbeit mit der Luftnachrichtentruppe.
Standort: Le Havre (Frankreich), Hafenbereich; Ausweich- und Sendestellen im Umland zur Sicherung der Kommunikation bei Luftangriffen.
Ende 1944: Auflösung im September 1944 nach der Belagerung und Einnahme von Le Havre durch alliierte Truppen (Operation Astonia).
Spezifische Merkmale
Gefahrenlage: Aufgrund der Nähe zur englischen Küste war die MNS Le Havre permanenten Störversuchen und Bombenangriffen ausgesetzt.
Funkaufklärung: Unterstützung bei der Erfassung britischer Funk- und Radarsignale zur Frühwarnung der Küstenverteidigung.
Personal: Fachliche Führung der Funkmeister, Signalgasten und Nachrichtenhelferinnen im Zuständigkeitsbereich des Hafens.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nothafen: Der MNO sicherte die nachrichtentechnische Anbindung für U-Boote, die Le Havre als Stützpunkt oder Nothafen im Kanal anliefen.
Kanaldurchbruch: Wichtige Funkstelle zur Unterstützung von U-Booten und Überwassereinheiten bei der riskanten Passage der Straße von Dover.
Luftabwehr: Weitergabe von Radarwarnungen an die U-Boot-Liegeplätze zum rechtzeitigen Schutz gegen alliierte Tieffliegerangriffe.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 35-III Marinebefehlshaber Kanalküste / Seekommandant Seine-Somme: Akten über die Nachrichtenorganisation in Le Havre.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Funklage im Ärmelkanal und die Arbeit der Nachrichtenoffiziere an der Kanalküste.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Seeoffizieren mit der Verwendung als MNO Le Havre (z. B. Kapitänleutnant d. R. Hans-Joachim Meyer).
Literaturverweise
Giessler, Helmuth „Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst: Technische Entwicklung und operativer Einsatz“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation in Frankreich).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Nachrichtenoffiziersstellen).
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