|
|
|
| Verband
|
1. Marine-Ersatzbataillon
|
|
|
|
|
| Das 1. Marine-Ersatzbataillon (Teil der 1. Marine-Ersatzabteilung) entwickelte sich in der zweiten Kriegshälfte zu einer zentralen Bewährungseinheit der Kriegsmarine. Hier wurde Personal zusammengefasst, das durch Disziplinarstrafen, Fahnenflucht oder „Zersetzungserscheinungen“ aufgefallen war. Die Einheit diente dazu, diese Soldaten unter verschärften Bedingungen infanteristisch auszubilden und sie für den „bewährungsfähigen“ Fronteinsatz in Marine-Schützen-Bataillonen oder an gefährdeten Landfronten vorzubereiten. Ziel war die Wiedereingliederung in die Truppe durch „Bewährung vor dem Feind“ oder der Einsatz in Himmelfahrtskommandos.
|
|
|
|
|
| Entstehung, Funktion und Einsatz
|
|
|
| Aufstellung: |
Ursprünglich als reguläres Ersatzbataillon geführt; ab 1944 verstärkte Nutzung als Sammeleinheit für Straffällige.
|
| Standort: |
Kiel und Umgebung (Schleswig-Holstein). Unterbringung oft in separaten Barackenlagern unter strenger militärischer Aufsicht.
|
| Aufgabe: |
Härteste infanteristische Ausbildung; Einsatz bei Schanzarbeiten; Formierung von Bewährungskompanien für den Erdkampf 1945.
|
| Ende 1945: |
Auflösung im Mai 1945. Viele Angehörige wurden in den letzten Wochen in die Kämpfe um Norddeutschland geworfen.
|
|
|
| Spezifische Merkmale
|
|
|
| Disziplin: |
Unterstellung unter besonders strenges Führungspersonal; Entzug von Vergünstigungen; Drill zur „Wiederherstellung der Manneszucht“.
|
| Status: |
Die Soldaten galten bis zur erfolgreichen Bewährung als „unwürdig“ oder eingeschränkt verwendungsfähig für den Borddienst.
|
| Fronteinsatz: |
Zuweisung zu Marine-Schützen-Regimentern, die an den Brennpunkten der Landfront (z. B. Oderfront oder Westwall) eingesetzt wurden.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Sanktion: |
U-Boot-Fahrer, die sich dem Dienst entzogen oder schwere Disziplinarverstöße begingen, wurden zur Bewährung in dieses Bataillon versetzt.
|
| Letztes Aufgebot: |
1945 wurden auch ehemalige U-Boot-Spezialisten aus diesem Bataillon in Panzerjagd-Einheiten eingegliedert, um ihre Strafen durch Kampf abzugelten.
|
| Personalabgabe: |
Die 1. Marine-Ersatzabteilung steuerte den Personalfluss strafversetzter U-Boot-Angehöriger zurück in den Erdkampf.
|
|
|
| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Disziplinareinheiten und Strafbataillone der Marine.
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit dem Vermerk „versetzt zur Bewährungseinheit / 1. Marine-Ersatzabteilung“.
|
| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Richtlinien über die Aufstellung und den Einsatz von Bewährungsverbänden der Kriegsmarine.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Klausch, Hans-Peter |
„Die Bewährungstruppe der Wehrmacht: Antifaschisten und Strafsoldaten im Zweiten Weltkrieg“.
|
| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Personalwesen: Disziplinarwesen).
|
| Tessin, Georg |
„Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Abschnitt: Marine-Landverbände und Sonderformationen).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|