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2. Schnellbootsflottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband 2. Schnellbootflottille
Die 2. Schnellbootflottille war einer der aktivsten Offensivverbände der Kriegsmarine, spezialisiert auf den schnellen Küstenkrieg. Gegründet 1938 in Emden, operierte sie während des Krieges von der Nord- und Ostsee bis zum Ärmelkanal. Bekannt für ihre Angriffe auf alliierte Geleitzüge und Evakuierungstransporte (Dünkirchen), zeichnete sich die Flottille durch hohe Mobilität und Schlagkraft aus. Trotz zunehmender alliierter Abwehr blieb der Verband bis zur Kapitulation 1945 in den niederländischen Häfen einsatzbereit.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Gebildet am 01.08.1938 durch Teilung der 1. Schnellbootflottille in Emden. Als Begleitschiffe dienten zunächst M 112, ab Januar 1939 die >>Tanga<< und später die >>Tsingtau<<.
Standort: Wechselnde Stützpunkte je nach Kriegslage: Wilhelmshaven, Kristiansand (Norwegen), Boulogne, Ostende, Rotterdam, Ijmuiden sowie Turku (Finnland) während Unternehmen Barbarossa.
Technik: Einsatz moderner Schnellboote (u.a. S 17, S 31). Ab 1943 erhielten die Boote zur Erhöhung der Standkraft größtenteils gepanzerte Brücken ("Kalotte") für Einsätze im Kanalgebiet.
Ende 1945: Bei Kriegsende befand sich die Flottille in Den Helder und Rotterdam. Nach der Kapitulation wurden die verbliebenen Boote den alliierten Siegermächten übergeben.
Spezifische Merkmale
Westfeldzug: Beteiligung an der Besetzung Norwegens (Gruppe 4) und Operationen gegen die Dünkirchen-Evakuierung, wobei zwei britische Zerstörer versenkt wurden.
Kanalkampf: Jahrelange Torpedo- und Mineneinsätze gegen die britische Ost- und Südküste von niederländischen und französischen Basen aus, oft unter schwerer Luftbedrohung.
Ostsee-Einsatz: 1941 Sicherung von Minenverbänden in den Abo-Schären und Beteiligung an der Eroberung der baltischen Inseln während des Angriffs auf die Sowjetunion.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flankensicherung: Die Flottille sicherte durch ihre Präsenz in der Nordsee und im Kanal die Küstengewässer, was den Transit der U-Boote zu ihren atlantischen Einsatzgebieten indirekt schützte.
Aufklärung: Die schnellen Vorstöße der S-Boote lieferten wichtige Feindlageberichte über britische Geleitzugrouten, die auch für die operative Planung der U-Boot-Waffe von Interesse waren.
Minenkrieg: Durch das Legen von Minensperren vor der englischen Küste band die Flottille feindliche Räumkräfte, die andernfalls gegen U-Boot-Sperren hätten eingesetzt werden können.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 71 Schnellbootflottillen: Kriegstagebücher (KTB) und Einsatzberichte der 2. Schnellbootflottille in Nordsee, Ostsee und Kanal.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Erfolge gegen britische Zerstörer (z.B. HMS Kelly) und Schiffsversenkungen vor Dünkirchen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Flottillenchefs und Kommandanten während der Einsätze in Norwegen und Frankreich.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Schnellbootverbände).
Hümmelchen, Gerhard "Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg" (Umfassende Chronik der Einsätze und Erfolge).
Fock, Harald "Schnellboote" (Band 2: Entwicklung und Einsatz im 2. Weltkrieg).
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