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5. Vorpostengruppe

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Verband 5. Vorpostengruppe
Die 5. Vorpostengruppe war ein operativer Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vornehmlich in den Küstengewässern der Nordsee und im Skagerrak eingesetzt wurde. Vorpostengruppen wurden oft aus requirierten Fischerei- und Hilfsfahrzeugen gebildet, um die weiträumige Überwachung der Seewege und den Schutz eigener Geleitzüge sicherzustellen. Sie fungierten als vorgeschobene Beobachtungsposten und waren maßgeblich an der Abwehr feindlicher Luft- und Überwasserstreitkräfte in den deutschen Küstenvorfeldern beteiligt.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert im Zuge der Mobilmachung 1939; administrativ den Sicherungsdivisionen (meist im Bereich Nordsee/Skagerrak) unterstellt.
Standorte: Einsatzstützpunkte wechselten je nach Frontlage zwischen den Nordseehäfen (Wilhelmshaven, Cuxhaven) und dänisch-norwegischen Stützpunkten.
Aufgabe: Seeraumüberwachung; Geleitschutz für Küstentransporte; Minensuche und Auslegen defensiver Sperren; Seenotdienst.
Ende 1945: Auflösung des Verbandes nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945; teilweise Übernahme der Fahrzeuge in den Minenräumdienst (GMSA).
Spezifische Merkmale
Bootstypen: Verwendung von bewaffneten Fischdampfern und Loggern, die für den Vorpostendienst mit leichter Flak und Wasserbombenwerfern nachgerüstet wurden.
Operationen: Regelmäßige Beteiligung an der Sicherung der "Westwall"-Minensperren und Aufklärung britischer Flugzeugbewegungen im Küstenvorfeld.
Führung: Operative Leitung durch erfahrene Reserveoffiziere, die oft aus der zivilen Handelsschifffahrt oder Fischerei stammten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Marschsicherung: Die 5. Vorpostengruppe sicherte die Ansteuerungswege für U-Boote, die durch das Skagerrak in die Nordsee oder den Atlantik ausliefen.
Ortungsschutz: Durchführung von aktiver U-Jagd-Sicherung im Umfeld der U-Boot-Stützpunkte zur Abwehr britischer U-Boote, die einlaufenden Booten auflauerten.
Signalwesen: Übernahme von Lotsenaufgaben und Signalübermittlung für U-Boote beim Passieren schwieriger Küstenabschnitte unter Tarnbedingungen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 62 Vorpostenflottillen und -gruppen: Kriegstagebücher und Akten über die operative Verwendung der Sicherungsfahrzeuge in der Nordsee.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Verteidigung der Deutschen Bucht und die Einbindung der Vorpostengruppen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren und Mannschaften in der 5. Vorpostengruppe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Sicherungsstreitkräfte: Vorpostenboote).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 8: Vorpostenboote, Hilfsschiffe).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Sicherungsverbände).
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