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6. Vorpostengruppe

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband 6. Vorpostengruppe
Die 6. Vorpostengruppe war ein Sicherungsverband der Kriegsmarine an der französischen Atlantikküste. Sie wurde im Zuge der Besetzung Frankreichs aufgestellt, um die strategisch wichtige Küstenregion der Bretagne zu sichern. Als Teil der Sicherungsstreitkräfte im Westen war die Gruppe primär für den Schutz der küstennahen Schifffahrtswege, die Überwachung der Seegrenzen und die Abwehr feindlicher Luft- sowie Seeangriffe im Bereich von Concarneau zuständig. Sie unterstand operativ dem Seekommandanten Bretagne.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert 1940/41 zur Sicherung der besetzten Atlantikküste; administrativ der 3. Sicherungsdivision unterstellt.
Standort: Concarneau (Bretagne, Frankreich). Nutzung des lokalen Hafens als Basis für Patrouillen in der Biskaya und entlang der bretonischen Küste.
Aufgabe: Küstensicherung; Geleitschutz für Küstentransporte; Minensuche und Überwachung der minenfreien Wege; Abwehr britischer Schnellbootvorstöße.
Ende 1944: Im August 1944 nach dem Durchbruch der alliierten Truppen in der Normandie evakuiert oder bei den Kämpfen um die "Festungen" in der Bretagne aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Bootstypen: Einsatz von bewaffneten Fischdampfern, Driftern und requirierten französischen Hilfsfahrzeugen, die für den Vorpostendienst mit Flak und Wabo-Werfern nachgerüstet wurden.
Personal: Besetzung oft durch Personal der Marineartillerie und Reservisten, die unter der Führung erfahrener Seeoffiziere den Sicherungsdienst versahen.
Gefechte: Regelmäßige Konfrontationen mit Einheiten der Royal Navy und alliierten Jagdbombern während der Geleitsicherungen im Küstenvorfeld.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktschutz: Sicherung der äußeren Ansteuerungswege für die in Lorient und Brest stationierten U-Boot-Flottillen (insbes. 2. und 9. U-Flottille).
Marschsicherung: Schutz der U-Boote bei der Passage der gefährdeten Küstengewässer gegen feindliche U-Jagd-Gruppen und Flugzeuge.
Seenotdienst: Bereitstellung von Sicherungsfahrzeugen zur Bergung von Besatzungen bei Havarien oder Versenkungen im küstennahen Bereich der Bretagne.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 62 Vorpostenflottillen und -gruppen: Kriegstagebücher und Einsatzakten der Sicherungsverbände an der französischen Kanalküste.
BArch RM 35-III Marinebefehlshaber West / Seekommandant Bretagne: Unterlagen zur operativen Einbindung der 6. Vorpostengruppe.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Marinepersonal am Standort Concarneau zwischen 1940 und 1944.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Sicherungsstreitkräfte: Frankreich).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 8: Vorpostenboote, Hilfsschiffe).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Sicherungsverbände im Westen).
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