|
|
|
| Dienststellung
|
Bataillonskommandeur
|
|
|
|
|
| Der Bataillonskommandeur war der taktische und disziplinarische Führer eines Bataillons innerhalb der Landorganisation oder der Marine-Infanterie-Verbände der Kriegsmarine. Er trug die volle Verantwortung für die Ausbildung, Einsatzbereitschaft und Führung seiner Untereinheiten (meist vier bis fünf Kompanien). In der Hierarchie stand er zwischen den Kompaniechefs und dem Regimentskommandeur. Die Dienststellung erforderte neben taktischem Verständnis auch administratives Geschick bei der Verwaltung des Personals und des Geräts im Standort- oder Fronteinsatz.
|
|
|
|
|
| Entstehung, Funktion und Aufgaben
|
|
|
| Aufgaben: |
Taktische Führung des Bataillons im Gefecht; Überwachung der Ausbildung; Disziplinarvorgesetzter (Bataillonsstrafgewalt); Sicherstellung der Logistik.
|
| Standort: |
Einsatz in Marine-Schützen-Bataillonen, Schiffsstammabteilungen, Marine-Artillerieabteilungen sowie bei der Marine-Infanterie.
|
| Qualifikation: |
Besetzung durch Stabsoffiziere (Korvettenkapitän/Fregattenkapitän) oder erfahrene Kapitänleutnants des See- oder Landdienstes.
|
| Ende 1945: |
Mit der Auflösung der Wehrmachtverbände und der Kapitulation im Mai 1945 erlosch diese Führungsfunktion offiziell.
|
|
|
| Spezifische Merkmale
|
|
|
| Führungsstab: |
Zur Unterstützung verfügte der Kommandeur über einen kleinen Bataillonsstab (Adjutant, Ordonnanzoffizier, technisches Personal).
|
| Fachgebiete: |
Bei spezialisierten Abteilungen (z. B. Marine-Artillerie) war er zugleich für die technische Einsatzbereitschaft der Batterien verantwortlich.
|
| Ausbildung: |
In den Schiffsstammabteilungen leitete er die grundlegende infanteristische Formung der Rekruten vor deren Versetzung auf die Flotte.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Grundausbildung: |
Jeder U-Boot-Fahrer unterstand während seiner ersten Dienstmonate in der Schiffsstammabteilung einem Bataillonskommandeur.
|
| Marine-Infanterie: |
1945 führten Bataillonskommandeure zahlreiche U-Boot-Besatzungen in den Erdkampf, nachdem deren Boote nicht mehr einsatzbereit waren.
|
| Stützpunktschutz: |
In den Frontbasen (z. B. Westraum) koordinierten die Kommandeure der Marine-Schützen-Bataillone die landseitige Sicherung der U-Boot-Bunker.
|
|
|
| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Gliederung der Bataillone und deren personelle Besetzung.
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über die Ernennung und Beurteilung von Offizieren in der Funktion als Bataillonskommandeur.
|
| BArch RH 2 |
OKH / Generalstab: Berichte über den Einsatz von Marine-Bataillonen im Rahmen des Heeres (insbes. 1945).
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Landorganisation und Marine-Infanterie).
|
| Tessin, Georg |
„Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Systematik der Bataillonsnummern und Unterstellungen).
|
| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Abteilungskommandanten).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|