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Flußhilfsräumbootgruppe

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Flußhilfsräumbootgruppe (Donauflottille)
Die Flußhilfsräumbootgruppe war ein spezialisierter Teilverband innerhalb der Donauflottille, der primär für die Sicherung der Schifffahrtswege auf der Donau gegen Minengefahren zuständig war. Da die Donau eine lebenswichtige Nachschubader für die Ostfront und die Versorgung des Reiches mit Öl aus Rumänien darstellte, wurde sie ab 1944 massiv zum Ziel britischer Luftminenunternehmungen („Gardening“). Die Gruppe bestand aus einer Vielzahl flachgehender, oft ehemals ziviler Fahrzeuge, die mit Minenräumgeräten (Magnet- und Geräuschbojen) ausgerüstet waren, um die Fahrrinnen für Geleitzüge und U-Boot-Transporte frei zu halten.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Formiert im Zuge der Aufstellung der Donauflottille; massive Verstärkung ab Frühjahr 1944 durch die alliierte Luftminenoffensive.
Aufgabe: Räumen von Luftminen (Magnet- und Akustikminen); Sicherung der Fahrwasser; Begleitschutz für Frachtschiffe und Schleppzüge.
Standort: Einsatz entlang des gesamten schiffbaren Donaulaufs, mit Schwerpunkten in Linz, Wien, Budapest und dem Eisernen Tor.
Ende 1945: Rückzug flussaufwärts vor der Roten Armee; Selbstversenkung oder Kapitulation im Raum Linz/Passau im Mai 1945.
Spezifische Merkmale
Technik: Einsatz von Räumottern und Magnet-Anoden, die an flachgehenden Booten montiert waren, um im seichten Flusswasser operieren zu können.
Gefahrenlage: Hohe Verlustrate durch Minendetonationen in engen Flussabschnitten sowie durch Tieffliegerangriffe auf die langsamen Räumverbände.
Improvisation: Nutzung von requirierten Flussdampfern und Motorbooten, die in Werften (z.B. Korneuburg) hastig zu Hilfsräumbooten umgebaut wurden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Transportweg: Die Gruppe sicherte den Transit der U-Boote der 30. U-Flottille, die auf Leichtern die Donau abwärts zum Schwarzen Meer transportiert wurden.
Wegesicherung: Ohne die Räumtätigkeit der Gruppe wäre die Verlegung von U-Booten (Typ II B) über die Donau aufgrund der Minendichte unmöglich gewesen.
Instandsetzung: Unterstützung der technischen Einheiten beim Schutz der Donaulifte, die für den U-Boot-Transport zwischen Regensburg und Konstanza genutzt wurden.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 65 Donauflottille: Kriegstagebücher, Berichte über Minenräumunternehmungen und Fahrzeuglisten der Hilfsräumbootgruppen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Sperrung der Donau durch Luftminen und Gegenmaßnahmen der Sicherungskräfte.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Kommandanten und technisches Personal in den Flußhilfsräumbootgruppen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel: Sicherungsstreitkräfte Donau).
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 8/1: Flußfahrzeuge, Beute- und Hilfsschiffe auf Binnengewässern).
Schmidt, Friedrich „Die Donauflottille der Deutschen Kriegsmarine 1938–1945“.
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