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Lazarett Hamburg-Wandsbek

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Reservelazarett Hamburg-Wandsbek
Das Reservelazarett Hamburg-Wandsbek war eine militärmedizinische Einrichtung des Heeres im Wehrkreis X (Hamburg). Es wurde bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unter Einbeziehung bestehender Krankenhausstrukturen (u. a. das AK Wandsbek) und öffentlicher Gebäude im Stadtteil Wandsbek formiert. Als Großlazarett in der Elbmetropole diente es der Akutversorgung und Rehabilitation von Verwundeten aller Wehrmachtteile. Aufgrund der Nähe zu den Hamburger Großwerften und dem Marinestützpunkt war die Einrichtung ein wichtiger Anlaufpunkt für verletzte Angehörige der Kriegsmarine und Werftarbeiter nach schweren Luftangriffen.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: 1939 im Zuge der Mobilmachung; administrativ der Sanitätsabteilung beim Wehrkreiskommando X (Hamburg) unterstellt.
Standort: Hamburg-Wandsbek. Aufteilung in mehrere Teillazarette zur spezialisierten Behandlung (Chirurgie, Innere Medizin).
Aufgabe: Stationäre Versorgung von Frontrückkehrern; Durchführung von Operationen; Erstellung von Tauglichkeitsgutachten; Seuchenschutz.
Ende 1945: Besetzung durch britische Truppen im Mai 1945; schrittweise Rückführung in die zivile Gesundheitsverwaltung der Hansestadt Hamburg.
Spezifische Merkmale
Luftkrieg: Das Lazarett war massiv in die Versorgung von Opfern der Operation Gomorrha (1943) eingebunden und arbeitete unter erschwerten Bedingungen im Luftschutzraum.
Personal: Besetzung durch Heeres-Sanitätsoffiziere, Marineärzte (im Austausch), DRK-Schwestern und ziviles Hilfspersonal.
Kapazität: Umfasste mehrere hundert Betten und verfügte über moderne diagnostische Einrichtungen (Röntgen, Labor) zur schnellen Befundung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Werftpersonal: Sicherstellung der medizinischen Betreuung für das Personal der Hamburger U-Boot-Werften (z. B. Blohm & Voss) zur Aufrechterhaltung der Produktion.
Genesung: Aufnahme von U-Boot-Fahrern der in Hamburg stationierten Baubelehrungen und Ausbildungsflottillen zur Wiederherstellung der Frontreife.
Fachgutachten: Durchführung von Untersuchungen zur Feststellung der Dienstfähigkeit von U-Boot-Spezialisten nach Verwundungen im Westraum oder Atlantik.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RH 12-23 Sanitätswesen im Wehrkreis X: Akten über die Organisation, Belegung und Schäden an den Lazaretten im Raum Hamburg.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Marineangehörigen mit dokumentierten Aufenthalten im Reservelazarett Hamburg-Wandsbek.
BArch RW 6 OKW / Allgemeines Wehrmachtamt: Berichte über die sanitäre Lage und Lazarettkapazitäten in der Festung Hamburg.
Literaturverweise
Fischer, Hubert „Der deutsche Sanitätsdienst 1921–1945: Organisation, personelle Besetzung und Logistik“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Sanitätswesen: Standort Hamburg).
Seidler, Franz W. „Das Militärgesundheitswesen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg: Strukturen und Lazarettwesen“.
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