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| Dienststellung
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Marinenachrichtenoffizier
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| Der Marinenachrichtenoffizier (MNO) war der verantwortliche Fachoffizier für das gesamte Nachrichtenwesen innerhalb eines Stabes (z. B. Marineoberkommando, Seekommandantur oder Flottille). Er war zuständig für die Organisation und Überwachung des Funk- und Signaldienstes, die Sicherheit der Chiffrierverfahren sowie die technische Einsatzbereitschaft der Fernmeldeanlagen. In Küstenabschnitten leitete er zudem die Marinenachrichtenstellen (MNS) und die Signalstationen. Er fungierte als zentrale Schnittstelle für den Informationsfluss zwischen der Führung und den operativen Einheiten auf See.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufgaben: |
Leitung des Funk- und Morsedienstes; Überwachung der Funkdisziplin; Chiffrierwesen (Enigma); Organisation des Kurierwesens; technische Instandhaltung.
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| Standort: |
Einsatz in den Stäben der Admirale, Seekommandanten sowie in den landfesten Marinenachrichtenschaltstellen.
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| Qualifikation: |
Seeoffiziere (meist Kapitänleutnant oder Korvettenkapitän) mit Spezialausbildung an den Marinenachrichtenschulen (z. B. Aurich oder Mürwik).
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| Ende 1945: |
Mit der Auflösung der Nachrichtenstrukturen und der Einstellung des Funkbetriebs nach der Kapitulation beendet.
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| Spezifische Merkmale
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| Geheimhaltung: |
Der MNO trug die Hauptverantwortung für die Wahrung der Geheimsachendisziplin und die sichere Handhabung der Schlüsselmittel.
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| Funkmesstechnik: |
Mit fortschreitendem Kriegsbild gehörte auch die Koordination der Funkmessbeobachtung (Radarwarnung) zu seinem erweiterten Aufgabengebiet.
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| Personal: |
Fachliche Aufsicht über das unterstellte Nachrichtenpersonal (Funkmeister, Signalgasten) und die Ausbildung der Nachrichtenhelferinnen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Funkführung: |
In den U-Flottillen sicherte der MNO die reibungslose Übermittlung der Einsatzbefehle des BdU an die auf See operierenden Boote.
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| Kurzsignale: |
Überwachung der korrekten Anwendung von Kurzsignalverfahren, um die Einpeilung der U-Boote durch feindliche Huff-Duff-Stationen zu minimieren.
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| Stützpunkt: |
Organisation der bombensicheren Nachrichtenbunker in den U-Boot-Basen (z. B. Lorient oder Brest) zur Aufrechterhaltung der Verbindung.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Akten über die Organisation und die Aufgaben der Marinenachrichtenoffiziere (M.Dv. 352).
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge von Seeoffizierenn mit der Fachverwendung als MNO in verschiedenen Stäben.
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| BArch RM 121 |
Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen der Marinenachrichtenschulen über die Ausbildung der Fachoffiziere.
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| Literaturverweise
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| Giessler, Helmuth |
„Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst: Technische Entwicklung und operativer Einsatz“.
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Das Nachrichtenwesen).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Nachrichtenoffiziersstellen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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