Aktionen

Mobilmachungs-Einstellungskompanie

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Mobilmachungs-Einstellungskompanie
Die Mobilmachungs-Einstellungskompanie (Mob.-Einst.-Komp.) war eine temporäre oder im Rahmen der Mobilmachungsplanung ständig vorgesehene Einheit der Kriegsmarine. Ihre Hauptaufgabe lag in der administrativen und militärischen Aufnahme von Reservisten, Freiwilligen und Wehrpflichtigen unmittelbar nach Ausbruch eines Krieges oder bei personellen Erweiterungswellen. Sie diente als „Schleuse“, in der die Neuankömmlinge eingekleidet, ärztlich untersucht, rechtlich belehrt und in die Stammrollen eingetragen wurden, bevor sie zur eigentlichen Grundausbildung an die Marine-Ersatz- oder Stammabteilungen (M.E.A. / M.S.A.) weitergeleitet wurden.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Etablierung im Zuge der Mobilmachung (z.B. 1939); administrativ den Kommandanten der jeweiligen Marinestation unterstellt.
Aufgabe: Personelle Erfassung; Einkleidung; Verpflegung; Erstunterweisung im soldatischen Verhalten; Abwicklung des Postverkehrs für Rekruten.
Standorte: Ansässig in den großen Marinestützpunkten (Kiel, Wilhelmshaven, Wesermünde, Pillau, Stralsund) oder in angemieteten zivilen Lagern.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Einberufungen und der Auflösung der Ersatzorganisation nach der Kapitulation beendet.
Spezifische Merkmale
Verwaltung: Die Kompanie war die erste Instanz für die Ausstellung der Soldbücher und die Erfassung der privaten Verhältnisse der Soldaten.
Massenabfertigung: Ausgelegt auf einen hohen Personaldurchsatz innerhalb weniger Tage zur schnellen Auffüllung des Personalbedarfs der Flotte.
Stammpersonal: Besetzung durch langgediente Unteroffiziere und Offiziere der Reserve, die über Erfahrung in der Personalführung und Verwaltung verfügten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zuweisung: Hier erfolgte die erste Sichtung von Freiwilligen für Sonderlaufbahnen, darunter auch die Vorauswahl für die U-Boot-Waffe.
U-Ersatz: Die Kompanie stellte sicher, dass Rekruten mit entsprechenden zivilen Qualifikationen (z.B. Motorenschlosser) gezielt den U-Lehrdivisionen zugeführt wurden.
Kapazität: Während der massiven Expansion der U-Boot-Waffe (ab 1941/42) sicherten diese Kompanien den stetigen Zustrom an Personalnachwuchs.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Mobilmachungsbestimmungen und Einstellungsverfahren.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem ersten Diensteintrittsnachweis bei einer Mob.-Einst.-Komp.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die personelle Mobilmachung und die Kapazitäten der Einstellungsstellen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Personalwesen und Mobilmachung).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Ersatzorganisation).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Geschichte und Infrastruktur“.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132