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Seekommandant der Seeverteidigung Schleswig-Holstein

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Dienststelle Kommandant der Seeverteidigung Schleswig-Holstein (Seekommandant)
Die Dienststelle des Kommandanten der Seeverteidigung Schleswig-Holstein wurde im November 1944 durch Umgliederung des Küstenbefehlshabers westliche Ostsee geschaffen. Der Seekommandant unterstand dem Marineoberkommando Ost (MOK Ost). Sein Befehlsbereich umfasste die gesamte schleswig-holsteinische Küste sowie die angrenzenden Inseln. Er war verantwortlich für die operative Führung der Küstenverteidigung, den Einsatz der Marine-Artillerie und der Marine-Flak sowie die Sicherung der küstennahen Gewässer gegen feindliche Unternehmungen und Luftangriffe.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: November 1944 (hervorgegangen aus dem Küstenbefehlshaber westliche Ostsee); Sitz des Stabes in Kiel.
Aufgabe: Führung der Marine-Artillerie- und Flak-Abteilungen; Überwachung der Küstensperren; Koordination des Hafenschutzes; Landfront-Verteidigung 1945.
Unterstellung: Marineoberkommando Ost; Zusammenarbeit mit der Wehrmachtskommandantur Kiel und dem Wehrkreis X.
Ende 1945: Auflösung im Mai 1945 nach der Besetzung Schleswig-Holsteins durch britische Truppen im Zuge der Gesamtkapitulation.
Spezifische Merkmale
Verteidigungsbereich: Umfasste strategische Schlüsselpunkte wie die Kieler Förde, die Lübecker Bucht und den Nord-Ostsee-Kanal.
Landeinsatz: In den letzten Kriegsmonaten 1945 führte der Seekommandant auch improvisierte Marine-Infanterie-Einheiten im Erdkampf gegen vorstoßende alliierte Panzer.
Führung: Besetzung durch erfahrene Flaggoffiziere (z. B. Konteradmiral Böhmer), die sowohl see- als auch landtaktische Erfahrung besaßen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Geleitschutz: Der Seekommandant koordinierte die Sicherungsfahrzeuge, die U-Boot-Neubauten und Frontboote beim Verlassen der Kieler Förde gegen Minen und Flieger schützten.
Stützpunktlogistik: Sicherstellung der militärischen Sicherheit für die Ausbildungseinrichtungen und U-Boot-Bunker im schleswig-holsteinischen Raum.
Rückführung: 1945 maßgebliche Beteiligung an der Sicherung der U-Boot-Transferwege von den östlichen Ostseestützpunkten nach Westen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 112 Marinestation der Ostsee: Akten über die Küstenverteidigung und die Befehlsstruktur des Seekommandanten Schleswig-Holstein.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die operative Lage in der westlichen Ostsee und die Küstensicherung 1944/45.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Admiralen und Stabsoffizieren in der Seekommandantur.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation der Marinestationen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Seekommandanten).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Geschichte und Infrastruktur der deutschen Kriegshäfen“.
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