Aktionen

U-Stammkompanie Wilhelmshaven

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle U-Stammkompanie Wilhelmshaven
Die U-Stammkompanie Wilhelmshaven war eine personelle Sammeleinheit und Verwaltungshub der U-Boot-Waffe am Standort Wilhelmshaven. Sie diente der Erfassung, Unterbringung und truppendienstlichen Führung von U-Boot-Personal, das keiner festen Bordbesatzung oder Flottille zugeteilt war. Hierzu gehörten Soldaten nach Abschluss ihrer Fachlehrgänge, Genesene nach Lazarettaufenthalten sowie Personal, das auf die Aufstellung neuer Baubelehrungen oder die Zuweisung zu Frontflottillen wartete. Die Kompanie war eng mit der 2. Unterseebootsflottille und den örtlichen Werftbetrieben verzahnt.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Formiert im Zuge des Ausbaus von Wilhelmshaven zum U-Boot-Stützpunkt; administrativ dem 2. Admiral der Nordsee bzw. dem regionalen U-Boot-Stab unterstellt.
Standort: Wilhelmshaven. Nutzung von Kasernenanlagen im Bereich des Kriegshafens (z. B. Ebkeriege oder Tausendmannkaserne).
Aufgabe: Truppendienstliche Verwaltung; Durchführung von allgemein-militärischem Dienst; Bereitstellung von Marschbataillonen; Ausbildungsergänzung.
Ende 1945: Auflösung im Mai 1945; das verbliebene Personal wurde teils in Marine-Infanterie-Verbände (z. B. Panzerjagd) überführt oder geriet in Gefangenschaft.
Spezifische Merkmale
Personalschleuse: Zentrale Drehscheibe für den Personalersatz der Nordsee-Flottillen; Abwicklung von Versetzungen zwischen Front und Ausbildung.
Baubelehrung: Bereitstellung der personellen Grundstöcke für die auf den Wilhelmshavener Werften (Kriegsmarinewerft, Deschimag) im Bau befindlichen U-Boote.
Disziplin: Aufrechterhaltung des militärischen Standards für Personal in Wartepositionen ("Warteschleife") zur Vermeidung von Disziplinverfall.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Regeneration: Aufnahme von "U-Boot-Fahrern ohne Boot" nach Versenkungen oder schweren Gefechtsschäden zur Neuformierung der Besatzungen.
Fachkader: Verwaltung hochqualifizierter technischer Dienstgrade (Maschinisten, Funker), die als Ausbilder oder Spezialisten an Land vorgehalten wurden.
Endkampf 1945: Die U-Stammkompanie bildete den personellen Kern für Ad-hoc-Formationen zur Verteidigung der "Festung Wilhelmshaven" gegen herannahende Landstreitkräfte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Organisation und die personelle Bestückung der U-Stammkompanien.
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Korrespondenz zur personellen Bedarfsdeckung über die Stammkompanien der Stationen.
BArch PERS 6 Personalakten: Häufiger Vermerk "kommandiert zur U-Stammkompanie Wilhelmshaven" als Zwischenstation in den Werdegängen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Personalwesen: Die Stammkompanien).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Landdienststellen der U-Boot-Waffe).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Infrastruktur in Wilhelmshaven).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132